Hauptseite Aktuelles Hart. An der Grenze

Hart. An der Grenze

Autor: D. E. Orange 10. Juli 2018

Guten Abend. Mein Name ist Jens Hart und ich berichte live von der Deutsch-Österreichischen Grenze, wo der feuchte Weißbiertraum von Innenminister Horst Seehofer wahr geworden ist und das erste Transitzentrum der Bundesrepublik eröffnet wurde. bei mir steht der Inhaber, Herr Alfred Schinkenhuber.

Herr Schinkenhuber, Sie haben heute sofort Nägel mit Köpfen gemacht, als der Innenminister seinen lang ersehnten Masterplan vorgestellt hat. Hat das nicht einiges an Planung benötigt?

Schinkenhuber: „Na, net wirklich. I hod do jo scho länga de Scheine schdengan und ois da Innenminista dann sei Pläne voagestäit hod, hob i zua moana Frau gsogt „Du Woidraud, des is doch genau des, woaauf mia gewartet hom!“ Jo, und do hob i dann oafach moi a bissal duachgefegt, a neie Dia eingehängt, desn Wegweisa gemoid und noch da Brotzeid heid um 11 hom mia dann eaöffnet.“

Hart: „Und nun betreiben Sie mit Ihrer Ehefrau dieses Transitzentrum? Ist das nicht extrem kompliziert?“

Schinkenhuber: „Natürlich ned. Wissn Sie, mia betreibn do seit 1956 unsan Bauernhof aa zua Zwoat. Kinda hatdn mia jo nie, do mia in jedem Zimma Kruzifixe hängn hom und… naja… voa am Bua Gotts schnackselt ma ned, wissn Sie? Wa woass, wos da wirklich mitbekimmd do om… Jetz jo, jedenfois seit de Kia automadisch gemoiknn wern und des Hau vo den Studentn aus Soizburg weggraat werd, hom mia jede Menge Zeid. Do könna mia aa so a Zentrum betrein.“

Hart: „Haben Sie denn überhaupt Erfahrung damit, so viele Fremde zu betreuen?“

Schinkenhuber: „Jo guad, 1978 war moi a Schwob do. Da hod si mid seim Merceds im Fejd vom Grantl-Schorsch festgefahrn. Mia hom ihn mid am Bulldog aussezong und dann is ea wieda gefahrn. Mia kenna uns oiso prima aus mid Duachgangsvakeah. Und wos hoasst eigentle „Vui?“ Do kama heid no koa via Leid.“

Hart: „Keine vier Leute? Aber die Regierung wäre doch fast an der Frage zerbrochen, ob diese Leute nun kommen dürfen oder nicht? Geht es dabei wirklich um derartige Nichtigkeiten? “

Schinkenhuber: „Mei junga Freind – Hom Sie jemois a Diskussion seitns da CSU ealebt, in da ’s ned um Nichtigkeitn ging?“

Hart: „Äh… Nein.“

Schinkenhuber: „Seng Sie? Da Seehofa is hoid a typischa Mo vo da CSU. Wenn da a Idä hod, dann bauscht ea sie so lang auf, bis sie irgendwann wichtig wirkt. Wa woass, wann ea de naxte Idä hod? So denga de hoid.“

Hart: „Ah ja. Und doch profitieren Sie jetzt davon, dass die Ideen des Innenministers sich durchgesetzt haben.“

Schinkenhuber: „Jo guad, jeda mua jo seng wo ea bleibt. De Woidraud und i san jo ‚etz aa scho üba 80, do mua ma jo seng, woha des Gejd fia de Beerdigung moi kimmd.“

Hart: „Aber so?“

Schinkenhuber: „Warum denn ned? Oafacha gäd ’s doch wohl kaum? De Leid braan des doch?“

Hart: „Ist das für einen Landwirt ihres Alters denn wirklich so einfach? Ich meine, all diese fremden Leute, fremden Kulturen und Sprachen. Und das wollen Sie alles delegieren?“

Schinkenhuber: „Ach, wos interessiern mi Kuituan, Sprochn und dea ganze Firlefanz. Tatsache is, de Leid keman do ha und sie woin im Endffekt olle des Gleiche.“

Hart: „Eine sichere Zukunft?“

Schinkenhuber: „Genau. A sichere Zuakunft und de Möglichkeit, vanünftig do ozukomma, wo sie wirklich hiwoin und wo sie arbadn meng. Um nix anders gäd ’s und des konn i do eamöglichn.“

Hart: „Aber Hand auf Herz, Herr Schinkenhuber – Hat der Masterplan des Innenministers nicht eher den Zweck, diese Leute davon abzuhalten, dorthin zu fahren, wo sie hin möchten?“

Schinkenhuber: „Warum soiad ea des? Na, des sehe i übahabt ned so. Des Dransitzentrum deant eindeitig da Mobilität da Menschn und da Masterplo vo Herrn Seehofa drägt grod dazua bei, de Vuifoid zua eahechn.“

Hart: „Die Vielfalt ERHÖHEN? Denken Sie das wirklich?“

Schinkenhuber: „Ja, aba selbstredend. Sie etwa ned?“

Hart: „Ich denke eher, dass die Pläne des Innenministers völlig unsinnige Versuche sind, eine faktisch rückgängige Anzahl von Flüchtlingen künstlich aufgebauscht aus dem Land zu halten.“

Schinkenhuber: „Flüchtlinge? Ach, Herrgott, hearn Sie doch auf mid desn Flüchtlingn! Oiwei grod des Thema mid den Flüchtlingn. Ois ob ’s koa andern Probleme in dem Land gäbe.“

Hart: „Ja, aber SIE betreiben doch dieses Transitzentrum hier!?“

Schinkenhuber: „Jo und? Wos hod des denn mid Flüchtlingn zua doa?“

Hart: „Ja, was denken Sie denn, wer diese Leute sind, die zu Ihnen kommen??“

Schinkenhuber: „Bauarbada? Elektrika? Gärtna? Wos woass denn i? Des interessiad mi doch ned, wos de so beruflich machn.“

Hart: „Ja, aber Sie haben doch ein Transitzentrum und…“

Schinkenhuber: „…und vakaufe do ‚etz Nutzfahrzeige vo Foad.“

Hart: „Bitte was?? Nutzfahrzeuge von Ford??“

Schinkenhuber: „Ja freilich. Des san doch de Dransits. Des war doch de grousartige Idä vom Innenminista, in Grenznähe Autohäusa baun zua lossn. Immerhin is Deitschland a Autonation. Do könna de Leid direkt noch Grenzübatritt eins mitnehma. Davo profitiern mia olle.“

Hart: „Ähhhhh…. Sind Sie sicher, dass Sie den Masterplan wirklich verstanden haben?“

Schinkenhuber: „Jo freilich. Da Masta is doch des Nutzfahrzeig vo Renault. Wenn mia den zuasätzlich zum Dransit obiedn, eahechn mia de Ogebotsvuifoid. Und do da Renault aus Frankreich stammt, is des aa guad fia den Handl innerhoib da EU. Mia olle woin doch a stoaks Europa. Solche Iden keman grod aus Bayern.“

Hart: „…und Sie sind sicher, dass es DAS ist, was der Innenminister wirklich meinte?“

Schinkenhuber: „Natürlich. Ois andere waarad jo voikommana Schwachsinn.“

Hart: „Äh.. Ja. Da ist was dran. Und mit diesen Gedanken beenden wir unseren Bericht. Das war – Für Sie und Autorenkollektiv.org – Jens Hart, live von der Grenze im Zuge der Pläne des Innenministers bezüglich der Asylpolitik. Oder vielleicht auch nicht. Ich bin etwas verwirrt.“

Schinkenhuber: „I häd im Schuppn aa no oan Sprinta, fois Sie vuileicht an am interessiad wärn…“

Hart: „Nein! Ende der Aufzeichnung!“

Kommentieren