Hauptseite Aus der Redaktion Tee kochen

Tee kochen

Autor: Ewok 2. November 2018

Party im Teehaus? Da muss Tee her!
PD, J. M. W. Silver

Der November bricht an, Weihnachten steht vor der Tür – am ersten Advent können wir uns dann endlich ohne Scham Dominosteine, Spekulatius und gefälschte Rauschebärte kaufen!
Mit dem Herbst im Voraus begann aber auch wieder die Zeit, in der Regen, Wind und Kuscheldecken Einzug halten. Mit einem Buch in der Hand oder Netflix auf dem Fernseher – laufend steht ein Getränk griffbereit auf dem Couchtisch… oder Nachttischchen… neben dem Bett… oder in der Küche: Der Tee.

Schritt 1: Einen Tee trinken oder nicht?

Technisches Monstrum: Kaffee. Für Tee nicht benötigt.
CC BY 3.0, M. Pfeiffer

Die meisten Leute müssen sich erst einmal entscheiden, ob sie überhaupt einen Tee trinken oder nicht. Diejenigen, die sich schon einmal einen Tee gemacht haben, wissen, was für Stolpersteine einem in den Weg gelegt werden. Kaffee ist doch so viel einfacher: Kaffeepulver in die Maschine, ein bisschen Wasser, Maschine an, rödelrödelrödel, fertig. Anders als eine Mikrowelle macht eine Kaffeemaschine nicht Ping!, aber das wäre auch zu viel des Guten. Wer noch fauler ist, schiebt sich einen Kaffeepad in die Maschine und wundert sich nachher über den ganzen Plastikmüll, der anfällt.

Schritt 2: Welcher Tee darf es sein?

Hat man sich erst einmal dazu durchgerungen, seine vier Buchstaben in die Küche zu bewegen, um sich einen Tee zu machen, stellt sich einem gleich die nächste Frage: Welche der vielen Teesorten darf es denn sein? Während Kaffeetrinker die Entscheidung zwischen einem Kaffee und einem Espresso von George Clooney haben, haben Teetrinker eine breitere Auswahl. Meistens steht irgendeine Schwarzteemischung im Schrank des gemeinen Deutschen. Wer es etwas ausgefallener mag, hat vermutlich Pfefferminz- oder Kräutertee im Schrank. Beide kommen aber nur zum Einsatz, wenn man Schleim aus dem Mund hustet und gefühlt kurz vor dem Abkratzen ist. Exoten haben noch Grün- oder weißen Tee, gelben Tee, Oolong Tee, Himbeer- oder alle anderen Arten von Früchtetee und so weiter. Im Grunde kann aus allem Tee gemacht werden, wenn man es in Wasser tauchen kann. Ob es dann schmeckt, einen Leibniz-Butterkeks zusammen mit einem Pinienzapfen in kochend heißes Wasser zu tunken, ist eine andere Frage.

Schritt 3: Wasser aufsetzen

Könnte aus der Steinzeit kommen: Wasserkocher.
CC BY-SA 3.0, Fst76

Mit einem normalen Wasserkocher erweist sich das Aufsetzen des Wassers als recht unkompliziert: Wasser rein, Wasserkocher einschalten und dann hat man Zeit, um Fernsehen zu gucken oder ein Video auf YouTube einzuschalten. Es ist schon interessant, wie viele Katzenvideos es im Internet gibt. Und dann wird einem noch vorgeschlagen, auf ein neues Video zu schalten- Mit lustigen Hunden. Oder lustigen Clowns. Oder Clowns mit Hunden. Da freut sich doch der Hund- und Clownfan, während Hundeliebhaber und Clownhasser einen Nervenzusammenbruch erleiden. Im Fernsehen hingegen läuft gerade Anne Will. Wie herrlich man sich aufregen kann, dass ein Heiopei von der AfD wieder vertreten ist, um die besorgten Bürger zu vertreten. Dass man selber aber ob der AfD besorgt ist, interessiert Anne Will nicht. Bringt auch die Quote nicht voran.
Oh, das Wasser war schon fertig? Jetzt ist es mittlerweile wieder kalt. Wer wild entschlossen ist, Tee zu kochen, macht sich das Wasser einfach noch einmal warm. Wer darauf verzichten kann, für den endet das Teemachen bei diesem Schritt. Vielleicht fällt es einem auch erst am nächsten Tag auf.

Schritt 4: Aufgießen

Das Wasser ist warm. Man besorgt sich die Tasse und steckt den Teebeutel rein。Je nach Teesorte darf der dann drei bis acht Minuten ziehen. Die Zeit kann man doch auch anders nutzen…
Entweder kann man wieder zu YouTube zurückkehren oder man versinkt in seinem Lieblingsschmöker. Man weiß zwar schon, dass Albus Dumbledore stirbt, Winston am Ende gebrochen ist und Frankensteins Monster sich am Ende das Leben nimmt, aber hey!, es geht ja schließlich auch darum, wie das Buch geschrieben ist, nicht wahr? Und wem die Harry-Potter-Reihe, 1984 oder Frankenstein noch nicht gespoilert wurde, der kann sich ja woanders einen Artikel hier anschaue…oh, zu spät?
Oh verdammt! Jetzt wurde der Tee vergessen. Der Beutel liegt jetzt schon 50 Minuten im heißen Wa…nein, jetzt mittlerweile kalt gewordenem Wasser. Wer will jetzt eigentlich noch kalten Tee trinken? Weg damit. Und vielleicht auf ein Neues versuchen.

Schritt 5: Zucker und Milch?

Sieht aus, als hätten die Amis Napalm darüber abgeworfen: Ostfriesentee mit Sahne
CC 0, Riki1979

Gerade Schwarzteefanatiker werden sich die Frage stellen: Packe ich in meinen Tee noch Zucker und Milch rein? Oder nur Zucker? Oder nur Milch? Oder gar nichts? Welchen Zucker pack ich rein? Kluntje aus Ostfriesland? Rohrzucker aus Brasilien? Würfelzucker vom Aldi? Welche Milch nehme ich? Kaffeesahne? Normale Milch aus dem Kühlschrank? Wodka? Bis man sich entschieden hat, ist der Tee vermutlich kalt. Also am besten gleich von jedem Zucker etwas und für die Milch eine ganze Kuh reinhauen.

Schritt 6: Trinken!

Jetzt ist der Tee endlich fertig! Wenn er nur nicht so heiß wäre, würde man ihn sofort trinken. Erst einmal stehen und ein wenig abkühlen lassen…
Verdammt!

Kommentieren