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D. E. Orange

Sommer. Meine fünftliebste Jahreszeit. Knapp vor Karneval, aber noch hinter der Elchbrunft. Gut, eigentlich ist der Sommer ja ganz schön. Es ist lange hell und man könnte die Tage problemlos bis spät in den Abend in der freien Natur oder den Biergärten der Republik verbringen, ohne ab 17 Uhr wie ein nachtblinder Molch durch den Wald oder gegen das nächste Verkehrsschild zu eumeln. Man könnte. Ich kann nicht. Mir ist warm.
21. August 2022 0 Kommentar
Wenn ich in meine Kindheit zurückreisen will, reicht meist ein kurzer Ausflug in den Keller. Öffne ich mein Kellerabteil steht rechts an der Wand ein kleines Blechregal. Ein Regal, gefüllt mit Comicheften und alten Büchern, die nicht mehr in meine eigentliche Wohnung passten – und das ist wortwörtlich zu nehmen. Zwei Drittel des Regals im Keller sind belegt durch eine ganz bestimmte Art von Buch: DIN-A5 und 256 Seiten stark. Einige Exemplare sehr alt, noch original aus dem Fundus meines Vaters stammend, als dieser noch ein Kind war. Auf allen prangt der gleiche Schriftzug: „Walt Disney. Lustiges Taschenbuch“
23. Mai 2022 0 Kommentar
Gedankenverloren schaut Norbert in sein leeres Schnapsglas. Den Bruchteil eines Augenblickes später ist es erneut gefüllt. Und geleert. Und gefüllt. Und geleert. Und gefüllt. Runde um Runde, Stunde für Stunde, Tag für Tag, Woche für Woche. Und immer so weiter.
19. Februar 2022 0 Kommentar
Manchmal fühle ich mich alt. Das hat relativ praktische Gründe. Ich trage nicht nur durchgehend eine Kopfbedeckung um zu vertuschen, dass ich seit 3-4 Jahren über eine zusätzliche Kniescheibe verfüge, ich komme auch mit der Digitalisierung gar nicht mal so gut klar. Ich bin ein Anachronismus geworden
13. Februar 2022 0 Kommentar
Vor mir steht ein frisch 30 gewordener Mann mit halb herunterhängender Hose, einem auf links getragenen T-Shirt mit dem Logo einer Punkband aus den 90ern, einem Bier in der einen Hand und einer Kiste Bacadi in der anderen. Hinter ihm, den Hügel herab die Silhouette einer Stadt. In einer gerechten Welt wäre dies Los Angeles. Aber die Welt ist nicht gerecht - wir alle wissen wir das -  und so ist es Herne, was da vor uns liegt und im wolkenverhangenen Abendlicht flimmert. Schön ist das nicht. Aber was soll man machen?
14. November 2021 0 Kommentar
Zum Glück hat jeder Mensch seine Talente. Manchmal ist Glück aber etwas sehr relatives, wenn man sieht, worin diese Talente manchmal bestehen. Ich weiß wovon ich rede. Ich habe auch ein sehr spezielles Talent. Ich habe das Talent, völlig ohne Not die Kontrolle über meine sozialen Beziehungen zu verlieren. Einfach, weil ich anscheinend zu dumm dazu bin.
2. Oktober 2021 2 Kommentare
Ich habe mir noch nie große Gedanken über den Tod gemacht. An ein Leben nach dem Tod habe ich nie wirklich geglaubt. Ich hatte bis jetzt ja schon oft genug Probleme mit der korrekten Vorstellung bezüglich eines Lebens VOR dem Tod, also welche Illusionen hätte ich mir schon über die Zeit hinterher machen sollen? Aber was, wenn da doch etwas ist? Was, wenn die Ägypter Recht hatten und der Körper sich nach seinem Tod auf eine lange Reise begibt? Wie doof wäre ich denn dann, mir diese Gelegenheit entgehen zu lassen?
29. August 2021 1 Kommentar
Was ist eigentlich okay? Ist es dieses diffuse Gefühl, dass nicht alles eine komplette Scheiße ist? Dass ich nicht jeden Tag daheim sitze, mir eine Tüte Chips binnen einer halben Stunde reinknalle während ich einen Film aus den 90ern sehe, der mich nicht einmal interessiert und niemand bemerkt hat, dass ich seit 3 Tagen nicht geduscht habe, da keiner da ist der das bemerken könnte? Sondern ich stattdessen Freunde treffe, zur Arbeit gehe und irgendwie versuche, mein Leben irgendwie in der Waage zu halten? Ist das okay? Bestimmt.
25. Juli 2021 0 Kommentar
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